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Weihmichl
Mittwoch, 28. März 2018

Bürgermeister Sebastian Satzl informierte Gemeindebürger in zwei Bürgerversammlungen

und Verabschiedung nach 44 Jahre im Dienste der Gemeinde


Elisabeth Lackermeier mit den drei Bürgermeistern

WEIHMICHL
Bürgermeister Sebastian Satzl hatte die Gemeindebürger eingeladen, sich über die wichtigsten Vorhaben in der Gemeinde zu informieren. Dazu hatten die Bürger an zwei Terminen in den Ortsteilen Stollnried und Weihmichl Gelegenheit. Im Rückblick gab der Gemeindechef Daten, Zahlen und Fakten und die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres bekannt.

So gab es im abgelaufenen Jahr 23 Geburten, 21 Todesfälle, 16 Eheschließungen und 3 Scheidungen. 231 Zuzügen standen 207 Wegzüge gegenüber, die Gemeinde hatte Ende des Jahres 2.609 Einwohner. Der Bürgermeister und der Gemeinderat waren sehr aktiv: In 15 Sitzungen, einer Finanzausschuss- und zwei Kulturauschusssitzungen wurde über aktuell anstehende Themen beraten und Beschlüsse gefasst. Insgesamt wurden 33 Baumaß-nahmen beantragt.

Die pro-Kopf-Verschuldung ist weiter auf 210,46 Euro gesunken. „Diese Zahl sollte man mit dem richtigen Blick betrachten,“ so Bürgermeister Satzl. „Entscheidend ist doch, dass sich unsere Gemeinde ständig weiterentwickelt, bei Notwendigkeit saniert, baut und in Neues investiert. Dazu benötigt man auch finanzielle Mittel.

Zu den Baumaßnahmen informierte er über die fertig gestellte Sanierung der LA 24 in Weihmichl einschließlich eines sicheren, neu gebauten Gehweges auf Seiten des Kindergartens.

Nach 15 Jahren Vorlaufzeit beginnt Anfang April der Vollausbau der LA 23 von Furth nach Unterneuhausen mit knapp 2,5 Millionen Euro Kosten. Die Straße wird künftig gradliniger verlaufen und entlang der gesamten Trasse von einem Geh- und Radweg begleitet. Außerhalb der Ortschaft Unterneuhausen wird mit einer Linksabbiegespur an die B299 angeschlossen. Die Ortsdurchfahrt in Zell wurde ebenfalls mit einem Kostenfaktor in Höhe von 180.000 Euro erneuert.

In der Gemeinde sind die Bauplätze heiß begehrt, jedoch sei es derzeit extrem schwierig, Baugebiete zu einem vernünftigen Preis zu erwerben, andererseits müsste jedoch die Innenverdichtung besser vorangetrieben werden. Etliche bestehende Bauplätze bzw. leerstehende Flächen und Häuser innerorts bleiben ungenutzt. „Unser Dorf soll wachsen, zeitgleich aber auch die Infrastruktur, wie Kindergärten und Schulen, sonst gehen die Kapazitäten aus“, so der Bürgermeister.

Bezüglich der Klärschlammentsorgung konnte ein zukunftsweisender Vertrag mit den Stadtwerken Landshut geschlossen werden. Wegen der verschärften Düngemittelverordnung sei eine Entsorgungssicherheit für Klärschlamm im landwirtschaftlichen Bereich nicht mehr gegeben. Die Stadtwerke Landshut bieten dagegen eine Vereinbarung an, nach der Anlieferung und Aufnahme in den Faultürmen am Klärwerk Landshut erfolgen kann.

Die aktiven Mitglieder in allen vier Ortsfeuerwehren opfern viel Freizeit, um bei Brand, Verkehrsunfällen und sonstigen Notfällen schnell helfen zu können. Seit dem Spatenstich im Oktober 2017 wurde zügig am Neubau des Feuerwehrhauses in Weihmichl gearbeitet. Der Gebäudekomplex umfasst Schulungsräume, Büro, Fahrzeughalle, Umkleideräume und Toiletten. Die Fahrzeughalle hat die Größe für zwei Ausfahrten. Die Fertigstellung ist voraussichtlich für September geplant.

Zum Thema Hochwasserschutz informierte Satzl, dass der Grunderwerb zum Bau von Regenrückhaltegebieten abgeschlossen sei und im Juli dieses Jahres der Start für die ersten Bauarbeiten erfolgen könne. Die Vergangenheit habe deutlich gezeigt, welch enorme Schäden das Hochwasser auch in unserer Gegend anrichten kann. „Davor möchte ich meine Bürger schützen“, betonte er.

Gleichzeitig sei erfreulich zu berichten, dass auch die Arbeiten zum Breitbandausbau begonnen haben. Mit großem Weitblick seitens der Gemeinde wurden bereits bei anfallenden Straßensanierungen die dafür notwendigen Leerrohre verlegt um spätere erhebliche Kosten zu vermeiden.

Mit Bronze wurde der Ortsteil Weihmichl bei Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Simbach am Inn ausgezeichnet. Aus dem Landkreis Landshut war Weihmichl die einzige Gemeinde, die sich am Wettbewerb beteiligte.

Für 2018 verwies der Bürgermeister noch weiter auf einige anstehende Termine, wie die Aktion „sauberes Bayern“, welche am 07. April stattfindet sowie der Auftritt des Kulturmobils am 29. Juli im Stanglmeier-Anwesen in Unterneuhausen.

Zum Schluss seiner Ausführungen in Weihmichl nahm Satzl gerne die Gelegenheit wahr, die „Gemeindedienerin“ nach 44 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Wie er in seiner Laudatio hervorhob, war Elisabeth Lackermeier unzählige Stunden und viele Kilometer für die Gemeinde unterwegs, um die Gemeindepost auszutragen – von den Sitzungseinladungen bis zu den Briefwahlunterlagen. Vor etlichen Jahren sammelte sie zudem die Hundesteuer ein. Auch die Vieh- und Volkszählungen sowie die Rotkreuz-sammlungen gehörten zu ihrem Aufgabenbereich. Im Laufe der Zeit kam die Verteilung der Gemeindenachrichten, der VHS-Hefte und das Ferienprogramm hinzu. Durch die ständige wachsende Einwohnerzahl wurde die Post immer mehr. Je nach Bedarf bewältigte sie die Strecken zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. „Lob und Anerkennung“ sprach der Bürgermeister ihr für 44-jährige Dienstzeit aus. „Du warst stets eine freundliche, hilfsbereite und sehr zuverlässige Mitarbeiterin im Dienste der Gemeinde“. Unter großem Beifall und einem Blumenstrauß verlies eine treue Seele und ein Urgestein der Gemeinde die Arbeitsbühne.