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Ausstellung als Forum neuer Sichtweisen - Zugang zu Gegenwartskunst im Haus der Begegnung


„Was ist Kunst? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten.“ So lautet die verblüffende Antwort von Pablo Picasso. Der große spanische Maler hielt sich raus aus der Crux mit der Definition – er machte einfach Kunst. Eine der ältesten Definitionen besagt, dass Kunst von Können kommt. Künstler können etwas, sie verstehen ihr Handwerk, sie wissen etwas zum Ausdruck zu bringen.
Und wenn ihre Werke an die Öffentlichkeit kommen, müssen dann die Kunstbetrachter nicht auch etwas können? Müssen sie nicht sehen, genau hinsehen können, um die Kunst zu verstehen oder sich an ihr zu erfreuen? Und die ganze Aufmerksamkeit auf das Gezeigte konzentrieren. Genau hinsehen, was und wie die Künstler gestaltet haben, den eigenen Blick schulen an den Werken.
Ohne Übertreibung – sehr viele Besucherinnen und Besucher sind vor kurzem der Einladung zu solch genauem Hinsehen gefolgt. Sie waren gespannt darauf, die fünf Künstlerinnen aus der Gemeinde Weihmichl – Unterneuhausen und ihre Werke kennen zu lernen, die im Bürgersaal des Haus der Begegnung präsentiert wurden. Angeregt von Bürgermeister Sebastian Satzl hatte der Kulturausschuss der Gemeinde eine sehenswerte Ausstellung mit dem Titel „Künstlerische Impressionen“ organisiert.
Und so konnte man wunderschöne Ölbilder und Zeichnungen von Theresia Nitzl, farbenfrohe Landschaften, Stillleben und Blumenbilder von Brigitta Stadler bewundern. Christa Drachenberg zeigte Landschaftsbilder und unter anderem die Isargestade in leuchtenden Aquarellfarben. Monika Kern präsentierte farbenfrohe Stillleben und Blumen. Zum Verweilen und Träumen luden die modernen, kräftigen Ölgemälde von Claudia Prast ein. Die Gipsbüsten von Heidi Pelizari verliehen der gesamten Ausstellung ein ganz besonderes Ambiente, das zudem von Hanna Heidenreich musikalisch begleitete. Die Besucher konnten sich einlassen auf dieses spezielle Kommunikationsangebot, das die Bilder ihren Betrachtern machten, und wollten verstehen, was die Künstler angetrieben hat oder was sie über unsere Zeit auszusagen wissen. Wie bei einem Rundgang zu erkennen war, haben die Künstlerinnen offenbar ein feines Sensorium für die Schwingungen der Zeit oder spüren dem nach, woran andere vorbeigehen. Sie suchen ganz offensichtlich für das, was sie umtreibt, eine immer neue Ausdrucksform. Deshalb erforderte es ein genaues Hinsehen, um zu erkennen, worin die Aussage des jeweiligen Bildes bestand.
Was ist Kunst, wurde eingangs gefragt. Jede Zeit, jede Gesellschaft findet hier wohl einen ihr gemäß künstlerischen Ausdruck. Und jedes Kunstwerk, jede Ausstellung,
die Liebhaber betrachten, bringt diesen einer Antwort ein Stück näher. Durch den sehr großen Besucherstrom an beiden Tagen und das rege Kunstinteresse der Gäste wurden die Ausstellerinnen bestärkt, dieses kulturelle Projekt fortzusetzen und zu einer festern Einrichtung im „Haus der Begegnung“ in Weihmichl werden zu lassen.