Nach der Gemeindeordnung ist die alljährliche Bürgerversammlung eine Pflichtübung. Bürgermeister Sebastian Satzl ist sie ein Anliegen. Den über 60 Seniorinnen und Senioren der Gemeinde offenbar auch, sonst wären viele an diesem herrlichen Vormittag zuhause geblieben. Sie waren also gekommen, weil sie sich für das, was in ihrer politischen Gemeinde so geschieht, interessieren.
Die vielen Anwesenden würden beweisen, so der Gemeindechef, dass sie am Wohl und Wehe, an den Sorgen und Problemen, an der Entwicklung und an den Weichenstellungen für die Zukunft des Gemeinwesens Anteil nehmen. Dafür dankte er ihnen im Bürgersaal des Haus der Begegnung und hieß alle herzlich willkommen.
Vorab hatten die Senioren die Möglichkeit, gleich neben dem Haus, in welchem auch der Kindergarten untergebracht ist, den Rohbau für Kinderkrippe und Hort in Augenschein zu nehmen. Es sei schon erstaunlich, was heutzutage vom Vater Staat alles verlangt wird und die Gemeinden müssen zahlen, waren hier vielfach als Meinung zu hören.
Als man dann im großen Bürgersaal gemütlich Platz genommen hatte, legte der Bürgermeister dar, was sich im letzten Jahr in der Gemeinde alles getan hat und welche Projekte man heuer angehen will. Im ersten Teil seiner Ausführungen zeigte er anhand von Zahlen und mittels Tabellen die Entwicklung der Gemeinde auf. So stehe Weihmichl mit 2567 Einwohnern in der Statistik auf Rang 21 im Vergleich zu den anderen 35 Landkreisgemeinden. Und mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren befinde man sich auf Rang 10. „Weihmichl darf sich also als relativ `junge` Gemeinde bezeichnen“, so Satzl.
Nach dem Aufzeigen dieses doch etwas trockenen Zahlenmaterials ließ der Gemeindechef die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren. So erinnerte er unter anderem an die Studenten der Fachhochschule Weihenstephan, welche Studien über Verbesserungen im Gemeindebereich erarbeitet hatten. Der Abschluss mit der Telekom zum Breitbandausbau in der Gemeinde sei ein wichtiger Schritt hin zum „schnellen Internet“ gewesen. Als größte Baumaßnahme wurde zu Recht die Sanierung der Grundschule Neuhausen genannt, um nur einiges zu erwähnen.
Wie man bereits vorab besichtigen und sich informieren konnte, steht für heuer der Bau der Kinderkrippe auf dem Programm, „und im September können unsere Kleinsten (ab ein Jahr) dort `einziehen`“, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich. „Weitere Projekte“, so Satzl, „ werden die Erweiterung der Kläranlage Weihmichl von 1100 auf 1700 Einwohnergleichwerte, die Reparatur des Kanals bei der Bahnhofsiedlung in Neuhausen sowie dringend notwendige Straßensanierungen sei.“ Eine seiner wichtigsten Aufgaben sei es, so der Bürgermeister abschließend, die Gemeinde auf einem stets aktuellen Stand zu halten, denn die Bürger sollen sich hier in ihrer Heimat wohl fühlen und das Leben in der Gemeinde lebens- und liebenswert bleibt. Und zum Ausklang gab es für die Anwesenden ein bayerisches Weißwurst-Frühstück.

