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Amsel, Drossel, Fink und Star … Wer kennt nicht zumindest eine Zeile des alten Liedes. Vögel erfreuen uns mit ihrem Gesang, sie vertilgen große Mengen Schädlinge und Vögel sind beliebt.
Und dennoch herrscht nicht nur bei „Amsel, Drossel, Fink und Star“ Wohnungsnot. Die Landschaft ist ausgeräumt, der Wald ist häufig „aufgeräumt“, Hecken verschwinden, landwirtschaftliche Flächen verkommen häufig zu totgespritzten Monokulturen und in den herausgeputzten Städten und Dörfern finden sich immer weniger Nischen für die ganze, bunter Vogelwelt und andere Tiere. In Deutschland wird mehr als die Hälfte aller Vogelarten inzwischen als gefährdet eingestuft (etwa 110 Arten) oder weist Besorgnis erregende Bestandsverluste (cirka 30 Arten) auf.
So hat der Weihmichler Gartenbauverein die Gedanken und Anregung von Bürgermeister Sebastian Satzl gerne aufgenommen, zum einen Kinder und Jugendliche für die Tierwelt, die Natur und langfristig auch für den Umweltschutz zu begeistern. Und zum anderen außerhalb des Dorfes an der relativ ruhigen Lage rund um das Klärwerk eine kleines Vogelparadies zu schaffen, da hier im Vorfeld die etwas überwucherte Umrandung von Sträuchern und Gehölzen fachmännisch ausgeforstet wurde.
Wer einmal einen Nistkasten gebaut hat, wer Vögel und Natur beobachtet, wird auch sehen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, wichtiger, kleiner Schritt ist, denn die Bedrohung von Vögeln, Natur und Mitwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernen nicht nur Kinder und Jugendliche – wie hier der Fall, dass Natur in Gärten, Wälder, Städte und Dörfer zurückgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt.
Seit den Anfängen des Vogelschutzes zählt das Bauen und Anbringen von Nistkästen zu den festen Bestandteilen aktiver Naturschutzarbeit von Ort, war von den Verantwortlichen des Gartenbauvereins zu vernehmen. Künstliche Nisthilfen seien da sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen. Außerdem macht das Bauen von Nistkästen einfach Spaß, wie sich in der Hobby-Schreinerei des stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Ostermayr zeigt, und eignet sich darum auch hervorragend, um Kinder und Jugendliche mit Tieren und deren Lebensweise vertraut zu machen. Ein voll ausgebuchter Nistkasten ist allerdings nur dann zu erwarten, wenn die Umgebung naturnah gestaltet ist – wie hier die Biotopanlage rund um die Kläranlage – und die Vögel entsprechend Nahrung finden.
Beim Bau der Nistkästen verwendeten die fleißigen Handwerker 20 Millimeter dicke ungehobelte Bretter und verwendeten Schrauben anstelle von Nägeln. Damit Katzen und Marder mit der Tatze an die Brutgelangen, wurde die Lochunterkante etwa 17 Zentimeter über den Kastenboden angeordnet. Schließlich war auch beim Anbringen der Nistkästen einiges zu beachten. Sie wurden in zwei bis drei Meter Höhe aufgehängt; das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite zeigen noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein, was hier sowieso kaum der Fall sein dürfte. Und zur Befestigung an Bäumen wurden rostfrei Alu-Nägel verwendet, die den Baum nicht schädigen.
Bürgermeister Satzl und die Helfer des Gartenbauvereins zeigten sich mit dieser Aktion schließlich voll und ganz Zufrieden.